Die Musik von Basic Broadcast könnten unbedarfte Zeitgenossen als Electroclash bezeichnen. Schließlich werden hier ganz eindeutig elektronische Elemente mit Gitarrenmusik verbunden. Doch damit würde man unterstellen, dass es sich hierbei um die Art von Musik handelt, zu der hippe Studenten in angesagten Clubs biologische Limonade trinken und lässig ihre Hüften kreisen lassen. Kurz gesagt, es entstünde ein gänzlich falscher Eindruck, denn was die beiden Zwangsindividualisten Syd und Dynoise sich da zurechtproduziert haben, hat mit nebenher konsumierbarer Unterhaltungsmusik recht wenig zu tun. Auch wenn die ersten Stücke auf THE NEW UNDERSTATEMENT harmonieverliebt und griffig zum Mitwippen verführen, markieren sie damit doch nur die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Den Hörer erwarten in einer Spielzeit von 48 Minuten 23 Lieder, die an der Schmerzgrenze kratzen. Lieder mit bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Gitarren und einen durch die Verwendung eines Megaphons verfremdete Gesang kümmern sich wenig um die Belastbarkeit des Zuhörers und stellen die Spitzen einer Berg- und Talfahrt dar, die im wahrhaft heidnischen „African Heat“ gipfelt. Die Täler der genannten Fahrt reichen allerdings in poppigere Gefilde, in denen man die sanfteren Klänge und wohl arrangiertes Songwriting antrifft. Auf der Reise durch die Köpfe der Broadcaster ist „meaning“ in der „Coffee Mill“ zermahlen, dem Tabak werden ganze Lieder gewidmet und die Geliebte wird zum „Different Kind of Chaos“(was meiner Meinung nach Anrecht auf den Titel Metapher des Jahres hätte!). Der sich trotz aller Abwechslung gelegentlich einschleichende Eindruck von Monotonie ist der recht schlichten Produktion geschuldet. THE NEW UNDERSTATEMENT kann nicht als Tonträger gekauft, sondern nur gratis auf der originell gestalteten Bandhomepage runter geladen werden.www.basicbroadcast.com