New York ist ja seit je her bekannt als Quelle für zugleich eigenwillige und richtungsweisende kulturelle Strömungen. Sei es in der Kunst die Pop Art des Herrn Warhols oder Jacksons Pollocks Action Paintings oder in der Musik Bands wie The Velvet Underground oder Sonic Youth. Mit Che Guevara T-Shirt haben wir hier die neuen jungen Wilden vom Big Apple. Bei dem vorliegenden „Stochastic Models of Che Guevara T-Shirt“ handelt es sich um das Debüt des Trios und das hat es in sich. Ob durch Superfuzz oder Big Muff, für die Gitarrenarbeit scheint Thurston Moore Pate gestanden zu haben. Zugleich weicht die Bearbeitung der Sechssaiter in Punkto Sauberkeit und Ordnungsliebe von diesem Vorbild ab. Die Che Guevara T-Shirt-Gitarren sind dreckig, klingen bisweilen kaputt und folgen in ihrer rostiger Sperrigkeit manchmal nur sehr widerwillig der übrigen Musik. Diese wird im bandeigenen Beat durch die Rhythmusgruppe kantig und hölzern vorangetrieben. Vor allem das ekstatischen „Work for Sleep“ erinnert gesanglich an Isaac Brock der frühen Modest Mouse, mit dem der Sänger in Punkto Timbre ohnehin eine gewisse Ähnlichkeit aufweist. Wie bei einem Livekonzert vollzieht sich auf „Stochastic Models of Che Guevara T-Shirt“ über die Spielzeit eine Entwicklung: Kommt der Opener „The Recieving End“ noch etwas schüchtern und holprig, scheint überhaupt erst im zweiten Stück „Sabrina“ der Rhythmus zu sich gefunden zu haben, läuft die Combo in der Mitte der Spielzeit zur Höchstform auf, um schließlich bei „Metal and Life“ und „Tapped Again“, den letzten beiden Stücken, in finale Noiseeskapden auszubrechen. Für Freunde von Mathrock und coolen Bandnamen sind Che Guevara T-Shirt eine Entdeckung.Jörg
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