Welche Musik hört man am besten zum Joggen? Das ist eine Frage, der, meiner Ansicht nach, in der öffentliche Debatte nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Daher möchte ich an dieser Stelle den Anfang machen und Euch an meinem reichhaltigen Erfahrungsschatz teilhaben lassen. Dass die Musik nicht zu langsam sein darf, sollte jedem von selbst einleuchten; auch eine übertrieben hohe Geschwindigkeit führt nur zu einer allzu schnellen Ermüdung. Daher mein Tipp: Etwas über Midtempo ist genau das Richtige. Darüber hinaus sollten schräge Takte, wie der 5/4- und der 7/8-Takt gemieden werden. Allzu schnell rufen einem sonst rüstige Rentner hinterher: „Schlaganfall und er läuft immer noch! Das ist die alte Garde, das nenne ich Kampfgeist!“ Desweiteren sollte die Musik fluffig und leicht sein, denn wer läuft schon zur Topform auf, wenn einem Krachgeräusche und ein Destillat aus 30 Jahren Weltschmerz ins Ohr dröhnt! So bin ich auf meiner Suche nach der richtigen Waldlaufmusik bald zum Rock n´ Roll gelangt. Doch auch hier steckt der Teufel im Detail. Wenn einem Typen mit schmierigen Tollen, Eightball-Tattoos und benzinschwangeren Stimmen Lieder über ihren kaputten Lifestyle vorgröhlen, motiviert das ebenfalls wenig, eine sportliche Bestleistung zu bringen. Schlussendlich habe ich für mich genau das Richtige gefunden. Die Giannies spielen lockeren Rock n´ Roll, der mich heiter und unbeschwert über Wald- und Feldwege hüpfen lässt. Das Trio macht keinen kaputten Eindruck, sondern klingt nach viel Spaß und sauberen Hemdkragen. Beim Joggen verausgabe ich mich mit den Giannis, und, ohne angeben zu wollen, ich glaube, man sieht auch schon was.Jörg
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