2008 besetzte das Trio 1000 Robota die längst geschlossene Hamburger Schule und produzierte auf diesem ehrwürdigen Fundament ihr Debüt „Du nicht er nicht sie nicht“. Dabei handelte es sich um Postpunk, der zwar ohne Moog, dafür aber mit viel Riot daherkam und aufgrund der ähnlichen Spielweise einen Vergleich mit MIT zuließ. Just in diesem Monat erscheint der Nachfolger „UFO“ und der lässt sich als einen Versuch verstehen, den eigenen Stil der Band zu markieren und sich gegenüber eines Außens abzugrenzen. Die Musik lärmt immer noch, kommt aber im Vergleich zum Vorgängeralbum sehr viel groovebetonter rüber und lässt sich streckenweise tatsächlich mit den späten OSTZONENSUPPENWÜRFELMACHENKREBS vergleichen. Die Texte sind mit poetologische Aussagen versehen, wie etwa „Wir singen so, weil wir nicht anders singen können/ Wir schreien so, weil wir nicht anders schreien wollen“ (Wir reißen uns zusammen), zudem zieht sich eine Dichotomie von Kunst und Alltag fast wie sowas wie ein roter Faden durch die gesamte Platte. Man merkt aber vielleicht an meiner zögerlichen Beschreibung, dass mir die Texte trotz klarer Bilder inhaltlich zu unkonkret bleiben (und ich meine nicht so herrlich unkonkret wie die ersten Blumfeldalben, die einen mit dem Gefühl zurücklassen, etwas Großes gehört zu haben, obwohl man kein Wort verstanden hat). Der zweistimmige Gesang erinnert mich oft an Fettes Brot, was überhaupt nicht zum übrigen Stil der Band passen will und einen ganz eigenartigen aber eben dadurch auch ganz eigenen Eindruck hinterlässt. Fazit: UFO ist für Freunde von Postpunk mit Riot und den Hamburger Schule-Bands der ersten Generation ein Reinhörer wert.Jörg
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