Samstag, 27. März 2010

Noesis - s/t (CD)

Bevor ich hier irgendwas über die CD selbst schreiben kann, gebe ich auf Wunsch der Band erstmal eine kleine Begriffserklärung: Der Bandname wird nicht „Nösis“ und nicht „No Oasis“ ausgesprochen, sondern Noésis. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bezeichnet in der platonischen Philosophie die Erkenntnisse von reinen Ideen im Gegensatz zum begrifflichen Denken. Nachdem das geklärt ist, lege ich die CD in den Player und bin von der Produktion richtig hin und weg: Der Sound ist transparent und zugleich druckvoll, klar aber auch kantig genug, um auch das Herz des Schrammelfans höher schlagen zu lassen. Die Lieder erinnern an FEHLFARBEN, haben aber oft einen genauso hohen Anteil an erdigen Alternativrock, sodass sich streckenweise auch PEARL JAM als Vergleichband heranziehen lassen. In ihren teils in deutscher, teils in englischer Sprache gesungenen Texten pendeln Noesis einerseits zwischen Kritik an einer normgebenden Gesellschaft (YAVIS) und Drogenkonsum (STONED LIFE). Bei anderen Liedern wirkt es so, als besuche einer der Textenden ein Priestervorbereitungsseminar (PAX). Insgesamt zieht sich, und hier schließt sich der Kreis zu dem platonisch anmutenden Bandnamen, eine Licht-Schatten-Motivik durch einen Großteil der Texte. Im Dunkel der Nacht treten die vom Weg Abgekommenen auf (ROADKILLER/ STONED LIFE), der Wunsch wird geäußert, dass „diese Nacht vergeht“ (im gleichnamigen Lied), sodass man in der Morgendämmerung die „Freiheit“ begrüßt. Schließlich vergehen im „Sonnenschein“ die „Alpträume“ (GUTEN MORGEN FREIHEIT), um nur einige Beispiele zu nennen. Die CD umfasst 14 Lieder und kommt mit nettem Farbcover daher. Sie kann direkt auf der Homepage der Band bestellt werden. Der hohe Anschaffungspreis von 10,- € zuzüglich Versand ist allerdings nicht unbedingt verbraucherfreundlich.
Jörg

www.noesis-band.com

Knochenfabrik - Ameisenstaat (LP)

Tja, wer hätte das gedacht? Knochenfabrik spielen tatsächlich wieder Konzerte. Und als wenn das nicht schon sensationell genug wäre, gibt es jetzt auf Plastic Bomb Records passend dazu noch mal eine Neuauflage des 97’er Albums Ameisenstaat!
Verpackt in einem neuen Artwork gibt es die ganzen alten Hits und Hymnen jetzt noch mal neu um die Ohren geballert. Ich persönlich finde Songs wie „Grüne Haare“, „Obdachlos und trotzdem sexy“ oder „Glücklich“ nach wie vor großartig. Aber große Worte brauche ich hier wohl nicht mehr zu verlieren, da vermutlich eh fast jeder diesen Klassiker im Schrank stehen hat. Auf wen das nicht zutrifft, der möge sich doch bitte entweder in die Ecke stellen und sich eine Runde schämen oder aber sofort eine Bestellung fertig machen. Echt jetzt!
Greffo

www.plasticbombrecords.de

Freitag, 19. März 2010

Basic Broadcast - The New Understatement (CD-R)

Die Musik von Basic Broadcast könnten unbedarfte Zeitgenossen als Electroclash bezeichnen. Schließlich werden hier ganz eindeutig elektronische Elemente mit Gitarrenmusik verbunden. Doch damit würde man unterstellen, dass es sich hierbei um die Art von Musik handelt, zu der hippe Studenten in angesagten Clubs biologische Limonade trinken und lässig ihre Hüften kreisen lassen. Kurz gesagt, es entstünde ein gänzlich falscher Eindruck, denn was die beiden Zwangsindividualisten Syd und Dynoise sich da zurechtproduziert haben, hat mit nebenher konsumierbarer Unterhaltungsmusik recht wenig zu tun. Auch wenn die ersten Stücke auf THE NEW UNDERSTATEMENT harmonieverliebt und griffig zum Mitwippen verführen, markieren sie damit doch nur die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Den Hörer erwarten in einer Spielzeit von 48 Minuten 23 Lieder, die an der Schmerzgrenze kratzen. Lieder mit bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Gitarren und einen durch die Verwendung eines Megaphons verfremdete Gesang kümmern sich wenig um die Belastbarkeit des Zuhörers und stellen die Spitzen einer Berg- und Talfahrt dar, die im wahrhaft heidnischen „African Heat“ gipfelt. Die Täler der genannten Fahrt reichen allerdings in poppigere Gefilde, in denen man die sanfteren Klänge und wohl arrangiertes Songwriting antrifft. Auf der Reise durch die Köpfe der Broadcaster ist „meaning“ in der „Coffee Mill“ zermahlen, dem Tabak werden ganze Lieder gewidmet und die Geliebte wird zum „Different Kind of Chaos“(was meiner Meinung nach Anrecht auf den Titel Metapher des Jahres hätte!). Der sich trotz aller Abwechslung gelegentlich einschleichende Eindruck von Monotonie ist der recht schlichten Produktion geschuldet. THE NEW UNDERSTATEMENT kann nicht als Tonträger gekauft, sondern nur gratis auf der originell gestalteten Bandhomepage runter geladen werden.
Jörg

www.basicbroadcast.com

Mittwoch, 17. März 2010

Leatherface - The Stormy Petrel (CD)

ENDLICH, ENDLICH! Nach jahrelangem Warten ist es nun endlich soweit und "Leatherface" haben mit "The Stormy Petrel" endlich wieder eine Punkrockscheibe rausgebracht, die definitiv mein Soundtrack zum Frühling sein wird! Ein Ohrwurmsong jagt den nächsten und läßt das geneigte Punkrockerherz im Takt dazu höherschlagen. Frankie Stubbs hat es mal wieder geschafft und Melodien kreiert und in Sonx wie "Broken", "God Is Dead", "My Worlds End" und "Never Say Goodbye" gepackt, die einfach mitreissen und sich nicht wieder aus den Gehörgängen verbannen lassen. Was freue ich mich nun auf das Leatherface Konzert am 30.04. in Münster - das wird ein Fest und ich weiß jetzt schon, dass ich an dem Abend das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen werde! Großartige Scheibe! Großartige Band!
Frau Esche

www.leatherface.biz

Dienstag, 16. März 2010

Schließmuskel - Sehet, welch ein Untergang (CD)

Diese CD ist für alle die, die noch Stinkbomben schmeißen, anderen Leuten Scheiße in einer brennenden Papiertüte vor die Tür stellen, und die sich köstlich amüsieren können, wenn jemand seinen Furz anzündet. Kurz gesagt: Schließmuskel machen Musik für das Endlich-wieder-14-Gefühl, zumindest haben sie das in den Jahren 1986 bis 89, wie der vorliegenden Tonträger bezeugt. Was die Vier aus Hamminkeln da seinerzeit (muss man wohl sagen) losgetreten haben, ist als Fun-Punk in die Annalen der Musikgeschichte eingegangen und der geht wie folgt: Man nehme eine Topproduktion, die, wie im vorliegenden Fall, riesige Marshalltürme vor dem inneren Auge entstehen lässt, fitte Instrumentalisten, einen Chor, der möglichst beiläufig Beethovens „Ode an die Freude“ in ein Lied trällert, und einen Sänger, der die erreichte Niveaufallhöhe auszunutzen weiß. Und das tut Sangesmeister Schlaffke, der den Jüngeren unter uns vielleicht auch als Zwakkelmann bekannt sein dürfte, durchaus: All die gern tabuisierten Themen wie Nekrophilie, Pornokonsum und Onanie schlagen hier in einer derartigen Dichte auf, dass selbst Hardcoreerwachsene sich eines Schmunzelns nicht erwehren können. Plastic Bomb Records beschert uns die Debüt-EP „Komm, setz´ Dich zu uns“, sowie die ersten beiden LPs „Untergang der abendländischen Kultur“ und „Sehet, welch ein Mensch“ auf einem Tonträger. Genau das Richtige für den nächsten sturmfreien Abend!
Jörg

www.plasticbombrecords.de

Montag, 15. März 2010

Back in Action, Alder!

So sieht's aus! Nach einer längeren Pause geht es nun also wieder weiter. Die Redaktion ist mittlerweile auf 5 Nasen angewachsen und im Sommer gibt's dann endlich die #3. Bis es soweit ist, wird es aber auf dieser neuen Internetpräsenz immer mal wieder aktuelle Dinge und vor allem Rezensionen zu lesen geben. Wer seinen Mist hier auch mal besprochen haben will, darf sich gern melden. Und wer wie Egon Spengler der Meinung ist, dass Gedrucktes tot sei und/oder nicht auf die Papier-Version warten will, der darf sich künftig dank dieses Blogs auch stets auf eine recht zeitnahe Veröffentlichung der Kritik freuen. Die nächsten Tage wird sich die Seite nach und nach mit den ersten Beiträgen füllen. Regelmäßig den Blog verfolgen sollte sich also lohnen.
Bis dahin...
Greffo