Sonntag, 3. Oktober 2010

Autobot - Total mutiert! (CD)

Es ist noch gar nicht so lange her, da ließ der Autobot noch verlauten, die Gitarre und somit auch seine Solo-Karriere erst einmal an den Nagel zu hängen, um dann gefühlte drei Wochen später das große Comeback zu verkünden. Und da die gewünschten Reaktionen in beiden Fällen mehr oder weniger ausblieben, hat der aufmerksamkeitsbedürftige Tübinger nun eben direkt eine neue CD veröffentlicht und sich, zumindest was die Aufmachung angeht, echt nicht lumpen lassen. Nicht nur das schön gestaltete Digipack ist ein Blickfang, sondern auch die CD selbst. Diese ist zwar unbedruckt, hat dafür aber eine rote Unterseite, was ich so auch noch nicht gesehen habe - très chic! Was den musikalischen Teil angeht, hat der Autobot dann aber leider doch etwas gegeizt. Gerade mal neun Songs, sowie einen Bonustrack gibt es auf „Total mutiert!“ zu hören. Klar sind da wieder richtig gute Songs dabei, bspw. über die Pedalo-Gang oder den coolen Kumpel (das ist wirklich ein Hit!), kleinere Ausreißer nach unten bleiben dem Hörer größtenteils auch erspart, aber, gemessen an dieser dekadenten Verpackung, wirkt diese doch recht kurze CD dann insgesamt leider ein wenig dürftig und ich denke, ein paar Songs mehr hätten dem Gesamtbild sicherlich gut getan.
Greffo

www.myspace.com/autobot1

1000 Robota - Ufo (CD)

2008 besetzte das Trio 1000 Robota die längst geschlossene Hamburger Schule und produzierte auf diesem ehrwürdigen Fundament ihr Debüt „Du nicht er nicht sie nicht“. Dabei handelte es sich um Postpunk, der zwar ohne Moog, dafür aber mit viel Riot daherkam und aufgrund der ähnlichen Spielweise einen Vergleich mit MIT zuließ. Just in diesem Monat erscheint der Nachfolger „UFO“ und der lässt sich als einen Versuch verstehen, den eigenen Stil der Band zu markieren und sich gegenüber eines Außens abzugrenzen. Die Musik lärmt immer noch, kommt aber im Vergleich zum Vorgängeralbum sehr viel groovebetonter rüber und lässt sich streckenweise tatsächlich mit den späten OSTZONENSUPPENWÜRFELMACHENKREBS vergleichen. Die Texte sind mit poetologische Aussagen versehen, wie etwa „Wir singen so, weil wir nicht anders singen können/ Wir schreien so, weil wir nicht anders schreien wollen“ (Wir reißen uns zusammen), zudem zieht sich eine Dichotomie von Kunst und Alltag fast wie sowas wie ein roter Faden durch die gesamte Platte. Man merkt aber vielleicht an meiner zögerlichen Beschreibung, dass mir die Texte trotz klarer Bilder inhaltlich zu unkonkret bleiben (und ich meine nicht so herrlich unkonkret wie die ersten Blumfeldalben, die einen mit dem Gefühl zurücklassen, etwas Großes gehört zu haben, obwohl man kein Wort verstanden hat). Der zweistimmige Gesang erinnert mich oft an Fettes Brot, was überhaupt nicht zum übrigen Stil der Band passen will und einen ganz eigenartigen aber eben dadurch auch ganz eigenen Eindruck hinterlässt. Fazit: UFO ist für Freunde von Postpunk mit Riot und den Hamburger Schule-Bands der ersten Generation ein Reinhörer wert.
Jörg

www.1000robota.com